Eine ungeahnte Dimension

Eine Freundin und Begleiterin erzählte mir von einem jungen Heiligen in einem kleinen Ashram im Hunsrück. „Das ist etwas für dich“, sagte sie und: „Yogananda ist wieder da.“ Ich recherchierte Seinen Namen im Internet, fand die Ankündigung eines Darshans in Frankfurt am 11.06.2006 und fuhr hin. Als ich ankam, sah ich weiß gekleidete Menschen mit orangefarbenen Zeichen auf der Stirn, hinten in der Halle gab es einen kleinen Stand mit Räucherstäbchen und Fotos von Swami Vishwananda. Dann kam Er, in dunkelgrünem Gewand, mit offenen langen schwarzen Haaren und einem strahlenden Lächeln, kam wie geflogen, warf Seinen Umhang am Stand ab und ging nach vorne zu Seinem Stuhl.

Glücklich wie nie zuvor

Ich sah die Menschen zu Ihm gehen, sah stundenlange liebevolle Zuwendung für jeden, sah wie Er ihre Köpfe nahm und die Stirnen berührte, diese mit roter Asche zeichnete. Guruji war so schön. So hatte ich mir als Kind Christus vorgestellt, wie die Kinder zu ihm kommen. Ich war sehr aufgeregt und wusste nicht mehr, wie mir geschah, als ich vor ihm kniete. Doch als ich danach auf der Mainbrücke stand, kamen mir die Tränen, und ich fühlte mich unerklärlicherweise so glücklich wie nie. Es war, als ob ich durch Ihn etwas Verlorenes oder Zugedecktes in mir wiedergefunden hätte und so einen roten Faden, der mich durchs Leben führt. Den Chandan-Punkt auf der Stirn wusch ich nicht ab, was mein Chef am nächsten Morgen lächelnd kommentierte.

Die absolute Liebe

Bald wusste ich, dass ich Swami Vishwananda wiedersehen wollte. Die Suche nach dem Wesen der Dinge, der Essenz, und die Sehnsucht nach der absoluten Liebe, die ich in Beziehungen, in Büchern oder in der Malerei hatte finden wollen, bekam eine neue Form, eine ungeahnte Dimension.

Meenakumari (Susanne Mathes)

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