Letztendlich war Er immer da

Seit meiner Jugend war ich auf der spirituellen Suche. Und dieses Gefühl prägte meine Lebensstimmung tief. Ich hätte damals nicht formulieren können, was ich suchte, aber zum Beispiel war der 14-Jährigen bei ihrer Konfirmation klar: Der Pfarrer, wird ihr nicht den Weg zeigen können, den sie sucht. Als Waldorfschülerin stieß ich zunächst auf die Anthroposophie, studierte diese, und sie nährte mich etwas, doch das Gefühl des Suchens blieb.

Ich kann mich erinnern, dass ich ein spezielles Gefühl hatte, als ich las, wie Rudolf Steiner davon spricht, dass der Guru einen findet. Dieses kann ich am besten so umschreiben: Eine Seite in meinem Lebensbuch wurde aufgeschlagen. Doch das war Anfang der 80-er Jahre, und bis zu meiner ersten Begegnung mit Guruji war es noch ein weiter Weg. Im Jahr 2009 war ich dann an den Punkt gekommen, dass ich unter den Anthroposophen nicht weiterkam. Also machte ich einen radikalen Schritt. Ich schickte meinen Mitgliedsausweis der Anthroposophischen Gesellschaft zurück nach Dornach.

Der Mönch auf dem Bild

Von 1998 – 2004 lebte ich in Nürnberg, wo ich eines Tages ein Aquarell von Oskar Koller im Fenster einer Galerie sah. Das Bild zeigt einen aufrecht stehenden Hindumönch mit seinen Händen vor dem Raum des Herzens. Die linke Hand umfasst die Finger der rechten Hand. Das Bild sprach mich gleich an, und seitdem begleitete es mich im Leben.

Im Herbst 2009 besuchte ein Freund Shree Peetha Nilaya und brachte mir von dort ein Foto von Guruji mit. Er reichte es mir mit den Worten: „Schau dir das mal an!“ Das Foto berührte mich tief. Es war, als ob Er mit mir sprach und mich fragte: „Meinst du es ernst mit deinem spirituellen Weg, dann komm!“ Im gleichen Atemzug war mir klar: „Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.“

Zu Ostern 2010 fuhr ich das erste Mal nach Shree Peetha Nilaya und begegnete Guruji. Als ich abreisen wollte, war Er in der Lobby. Ich ging zu Ihm und verabschiedete mich mit den Worten: „Ich komme wieder.“ Und dann kam der Test.

Zuhause bekam ich Besuch von zwei Freundinnen, die meine plötzliche Hinwendung zu einem indischen Guru nicht verstehen konnten und allerlei Zweifel in mir zu schüren versuchten, indem sie mich zum Beispiel an meine Verantwortung als Mutter erinnerten. Ich ließ mich verunsichern und stellte das Bild von Guruji weg, das auf meinem Esstisch stand. Das hielt ich jedoch nicht lange aus, denn Er gehörte in mein Leben, das Suchen war zu Ende.

So habe ich versucht, mich von Anfang an aktiv für die Mission von Paramahamsa Vishwananda einzusetzen und so schnell wie möglich meine neun OM Chantings besucht, um einen eigenen Kreis aufzubauen.

Der Yogi

Eines Tages entdeckte ich ein Foto von Guruji mit einer Handhaltung, die der des aufrecht stehenden Yogi auf dem Aquarell sehr ähnlich war. Es ist faszinierend, wie Er schon Jahre vor unserer ersten Begegnung in mein Leben einwirkte und mich führte.

Damals hätte ich nicht sagen können, was ich suchte. Die Menschen um mich herum wirkten alle so grau, schwer und traurig. Suchte ich mehr Lebensfreude? Heute ist mir klar, dass ich die Liebe suchte, die bedingungslose Liebe, nach der wir uns letztendlich alle sehnen, denn sie ist das einzig Wahre. Das Einzige was uns nährt und erfüllt.

In tiefer Dankbarkeit für diesen Weg.

Lakshmi Kamala

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