Mein Leben in Angst

Bevor ich Guruji kannte, lebte ich ein Leben in Angst. Das war mir zu dem Zeitpunkt jedoch nicht bewusst. Zum Beispiel war ich ein sehr stolzer Mensch. Stolz ist eine Form der Angst, und zwar der Angst davor, dass man nicht ernst genommen, lächerlich gemacht oder von seinem Platz verdrängt wird, den man glaubt, erobert zu haben. Ich hatte große Angst davor, dass mich Leute, mit denen ich beruflich zu tun hatte, nicht ausreichend respektieren.

Schlaflosigkeit

Obwohl ich eigentlich ein sehr freundlicher Mensch bin, war ich oft sehr ungehalten, wenn Andere sich in meine Arbeit einmischten. Zuhause ließen mich diese Konflikte nicht los. Meine Gedanken kamen immer wieder darauf zurück, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Ich versuchte, sie durch Fernsehkonsum zu vertreiben, was zur Folge hatte, dass sie mich nachts einholten. Nach kurzem Schlaf wachte ich völlig gestresst auf, und anstatt mich der Wärme meines Bettes zu erfreuen, liefen meine Gedanken Amok. Dabei waren die Sorgen von Montag am Mittwoch bereits wieder vergessen und wurden am Donnerstag durch neue ersetzt.

Antidepressiva

Irgendwann wirkte sich der Schlafmangel auf meine Gesundheit aus, und ich musste etwas unternehmen. Also ging ich zu einem Arzt und der tat, was jeder von ihm verlangt: er verschrieb mir ein Medikament. Ein Antidepressivum. Dessen Einnahme hatte zunächst durchschlagenden Erfolg. Ich schlief wie ein Baby. Allerdings wurde ich kaum noch richtig wach. Zwar waren mir meine Sorgen egal, allerdings auch alles um mich herum. Nach einmaliger Einnahme landeten die Tropfen im Müll.

Angst vor Guruji?

Mir war klar, dass ich etwas ändern musste. Am Ende eines langen Weges landete ich so bei Guruji. Nach meinem ersten Darshan spürte ich, wie unwichtig alle meine vermeintlichen Probleme waren. Der Ashram war ein faszinierender Ort für mich. Alle Menschen dort waren unablässig beschäftigt und schienen an einem Strang zu ziehen. Bei meinem zweiten Darshan fragte Guruji mich, wie es mir gehe. Ich war sichtlich nervös. Guruji saß auf seinem Asan, Er war zusammen mit hunderten von Menschen gemeinsam in einem Raum und war dennoch völlig ruhig und voller Freude. Ich hatte das Gefühl, dass Er mich durchschaute. So ein Mensch musste mir aus meiner damaligen Sicht einfach Angst machen. Also sagte ich:

„I am afraid of You“.

Seine Antwort hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt:

„There is no need to be afraid, because I love you.“

Diese Liebe trage ich bis heute in mir, und ich freue mich daran, so oft ich kann. Ich werde nachts immer noch oft wach, aber dafür hat Guruji ein Medikament: Atma Kriya Yoga. Es hilft mir, ruhig zu werden und meine Sorgen im Zaum zu halten.

Anjaneyayadas

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