Nie wollte ich einen Guru

Meine erste Begegnung mit Paramahamsa Vishwananda in diesem Leben fand am 08.03.2008 in Heiden in der Schweiz im Restaurant Linde statt: ich sah ein Video über OM Chanting. Schon als Kind war ich auf der Suche nach Wahrheit, denn bei mir traten damals im Leben so einige Fragezeichen auf. Ausgelöst durch das, was uns im Religionsunterricht gelehrt wurde und das, was ich privat erleben durfte und musste. In meiner Jugend war ich esoterisch unterwegs, sang in christlichen Gemeinschaften, war in einer Bibelgruppe, und mein Glaube an Jesus und Maria half mir stets durch schwierige Zeiten. Und doch waren da noch immer Fragezeichen und der Durst nach Wahrheit.

Im Jahr 2004 zog ich nach Widnau, und wie es das Schicksal so wollte, ging ich zu einem Vortrag über Engel. Die Referentin, frühere Pastorin, zitierte gegen Ende des Vortrages aus einem Buch von Mutter Meera. Schon lange war es mein Wunsch, Mutter Meera kennenzulernen und von ihr Darshan zu bekommen. Und wie sollte es anders sein, die Referentin fuhr zwei Wochen später zu ihr und hatte noch einen freien Platz im Bus. Es war eine unvergessliche Reise und ich danke jetzt noch allen Beteiligten, auch meinem Mann und meinen beiden Jungs, dass sie mir das ermöglicht haben. Ich könnte nun noch viel zu diesem Teil meines Lebens berichten, doch die Reise ging weiter. Ich blieb in Kontakt mit der damaligen Referentin. Diese erzählte mir dann von einer Mutter Amma, die alle umarmt. Neugierig wie ich war, ging ich auf die Benefizveranstaltung mit Amma in Winterthur. Auch hier durfte ich wundervolle berührende und heilende Begegnungen erleben. Und doch war in meinem Herzen noch immer eine unstillbare Sehnsucht, die ich nicht erklären konnte.

Eine der besten Entscheidungen

Dann, 2008, kam ein Brief in unser Haus geflattert, wieder von besagter Referentin. Sie veranstaltete einen Vortrag über OM Chanting (damals OM Healing) und stellte dabei Paramahamsa Vishwananda vor. Ich hatte mich eigentlich schon zu einer anderen Weiterbildung angemeldet, zu der ein indischer Swami kommen sollte. Nun konnte der aber nicht einreisen. Somit war der Fall für mich klar, und ich meldete mich zu dem Vortrag über OM Chanting an. Eine der besten Entscheidungen überhaupt! Ich hatte nie vor, selbst Meditationen zu leiten, nach dem Vortrag und dem Video von Guruji, war mir dann aber klar, dass ich es versuchen wollte. Ehrlich gesagt, staunte ich selber über mich und meine Entschlossenheit. Im Raum war noch eine andere Teilnehmerin, die diesen Wunsch ebenfalls äußerte. Und so lehrte uns unser Engel das OM Chanting.

Als ich gerade mit der Leitung eines OM Chanting Kreises begonnen hatte, rief mich eine Frau an und fragte, was ich denn mache und was ich schon alles gelernt habe. Darauf gab ich ihr die Antwort: „Es kommt nicht darauf an, was ich schon alles gelernt habe, sondern ob ich es mit dem Herzen mache.“ Sie wurde eine fleißige Teilnehmerin. Wir führten jede Woche Om Chanting durch, und von Anfang an war es ein riesiger Segen, einfach eine Freude. Nach kurzer Zeit fragte mich die OM Chanting-Lehrerin, ob ich Interesse hätte, Atma Kriya Yoga zu lernen. Dies war für mich jedoch so fremd, dass ich es weit von mir schob. Und wie es das Schicksal wieder wollte, kam eine Stimme aus meinem Herzen, die mich dazu aufforderte diesen Kurs zu besuchen. Okay, dachte ich mir, was habe ich schon zu verlieren?

Und dann kam Er

So kam der besagte Termin, 11. bis 13. Juli 2008, an dem meine Freundin und ich nach Immenstaad zum Schloss Hersberg fuhren. Von Anfang an fühlte ich mich einfach willkommen und wohl. Wenn mir etwas fremd ist, sitze ich normalerweise weit hinten. Bei diesem Atma Kriya Yoga-Kurs saß ich in der vordersten Reihe. Ehrlich gesagt, war ich auch dieses Mal wieder etwas erstaunt über mich, da ich nicht gerade mit Selbstsicherheit beschenkt war. Unser Lehrer war Swami VishwaKurunandhanananda. Ich fühlte mich sehr wohl in seiner Gegenwart, sicher auch, weil er Schweizerdeutsch sprach und eine sehr beruhigende Stimme hatte. Die Stunden verflogen auf jeden Fall wie im Nu. Am zweiten Tag, gegen Ende des Kurses, wurde uns gesagt, dass Swami Vishwananda kommen würde. Alle waren ganz aufgeregt. Ich war wahrscheinlich eine der wenigen, die Ihn noch nie persönlich getroffen hatte. Ich war einfach nur neugierig und staunte wie ein Kind, als Er den Raum betrat. Und dann wurden wir von Ihm persönlich eingeweiht. Mein Herz begann ganz schön zu pochen…

Jetzt, beim Schreiben, fließen mir ebenfalls die Tränen, wenn ich an diesen Moment zurückdenke. Und als Geschenk obendrauf bekam jeder Einzelne noch Amrit von Ihm. Obwohl ich keine Ahnung hatte, was das ist, streckte ich die Zunge raus und genoss den süßlichen Nektar. Erst später wurde mir bewusst, welche Gnade wir da empfangen durften.

Am nächsten Tag wurde alles für den Darshan vorbereitet. Ich wurde gefragt, ob ich in der Bhajan-Gruppe mitsingen wollte. Klar wollte ich, da ich es liebe zu singen und offen bin für Neues. Und dann trafen mein Mann Ivo und unsere Jungs Marco und Robin ein. Sie waren alle müde und hungrig und somit auch etwas genervt. Da wir ein Kleinkind dabei hatten, durften wir so ziemlich als Erste zum Darshan. Ich weiß noch, dass meine Jungs auf einmal ganz ruhig wurden, als sie den Darshan von Swami Vishwananda erhielten. Ganz ehrlich, viel mehr weiß ich nicht mehr. Es hatte in diesen drei Tagen so viele Eindrücke, Begegnungen, Lehren und das Herz berührende Momente gegeben, dass diese erstmal verdaut werden mussten.

Immer an meiner Seite

Nie wollte ich einen Guru, einen Meister, der Hinduismus war mir völlig fremd. Und doch wusste ich tief in meinem Innern, dass ich nun nicht mehr weitersuchen musste. Ich war angekommen bei meinem Lehrer, Meister, Satguru, Freund, Vater, meiner Mutter. Und die Reise ging und geht weiter. Ja, es begegnen uns immer wieder Hindernisse auf dem spirituellen Weg, auch schmerzvolle. Und doch, zu wissen, zu fühlen und zu vertrauen, dass Paramahamsa Vishwananda, Guruji, mich jeden Moment hält, an meiner Seite ist und mich mit seiner bedingungslosen Liebe durch tiefe, dunkle Täler und über lichtvolle hohe Berge leitet; was gibt es Gnadenvolleres?

Und nun leite ich seit vielen Jahren OM Chanting an den verschiedensten Orten. Einer der Hauptstandorte ist das Schloss Greifenstein, in dem wir mit der großzügigen Unterstützung des Besitzers einen Yoga-Raum einrichten durften. Hier fanden inzwischen schon viele schöne Festivitäten statt. Mal schauen, was Guruji noch mit mir vorhat, ich lasse mich überraschen und führen! Danke, danke, danke!

In tiefer Verbundenheit und Demut

Parvati Daniela

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